Offenbar gar nix; was zugleich darauf hindeutet, dass der Roberto Blanco der Generation Golf, der da als Symbol deutscher Weltoffenheit am Tag der deutschen Einheit irgendwo ein paar Worte sprechen durfte, denen jetzt durch ihre mediale Verbreitung zugleich Bedeutung beigemessen oder gar verliehen wird, anders als sein ebenfalls als Sänger bekannter Vorläufer, nicht kubanischer Abstammung ist. Kuba, Kuba, die Insel stand doch mal sehr im Zentrum der Weltöffentlichkeit! Kann's, dass man deswegen unbedingt einen Schlagersänger mit kubanischen Wurzeln brauchte? (Na gut, der Durchbruch kam erst Jahre nach der Kubakrise)
Und Du glaubst, dass Du jetzt wegen des Überschusses von 1 "r" und 1 "n" 'ne Unterlassungssünde bei nächster Erwähnung des Bayrischen Innenministers gut hast?
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Verfasst am: 04.10.2014, 20:06 Titel:
Jackdaw hat folgendes geschrieben:
GinaBe hat folgendes geschrieben:
Es war nie beabsichtigt, eine direkte Demokratie hier einzuführen.
Na, da bin ich gar nicht so sicher; die 1848er Versammlung in der Frankfurter Paulskirche war schon ein Versuch und Vorstoß ungefähr in Richtung des "Staatsvertrages", wie ihn Jean-Jacques Rousseau mal vorgezeichnet hatte.
Ich meinte auch, nach dem 2. Weltkrieg gab es diesen elitären Wunsch nach einer wirklichen Demokratie in Deutschland nicht.
Deswegen bot sich die Staatsform der repräsentativen D. förmlich an.
Die Märzevolution 1848 wäre die Chance gewesen, doch zerrannen die Hoffnungen bald, nachdem schon Verträge unterzeichnet waren und niemand sie beachtete.
https://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/parlamentarismus/1848
Auch die Weimarer Republik war doch ein ernsthafter Versuch, eine demokratische Struktur zu errichten.
Diese politischen Essays in meinem Rowohld- Lesebuch lassen aber auch kein einziges gutes Haar an der neuen BRD...
Einen schönen Abend wünsche ich Euch. _________________ Sich durch Poesie ruiniert zu haben ist eine Ehre. Oscar Wilde
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Verfasst am: 04.10.2014, 20:10 Titel:
Perleberger hat folgendes geschrieben:
So betrachtet könntest Du sogar Recht haben.
Mehrheitsentscheidungen richten sich nach persönlicher Vorteilsnahme.
Und wenn die Leute weitreichende gesetzliche Veränderungen in den Auswirkungen gar nicht richtig begreifen, schreien sie alle HIER, HIER...
Wird eine solche Entscheidung aber von der politischen Elite getroffen, ist diese dafür verantwortlich, auch für die Folgen.
Alles so gewollt...
Die Agenda 2010 ist ein Paradebeispiel für handstreichartige Gesetzgebung in einer schwach entwickelten Demokratie.
Stoiber hat sich am Wahlabend der BTW im Herbst 2002 ja schon im Kanzleramt gesehen, und Schröder hat zusammen mit Steinmeier und Müntefering die Agenda 2010 knapp 6 Monate später im BT ausgerufen (14. März 2003) und mit der Drohung seines Rücktritts ohne kontroverse Diskussion durchgesetzt.
Alle BT-Abgeordenten der rotgrünen Koalition wußten, dass ein Scheitern von rotgrün und Neuwahlen eine CDSU-FDP Koalitionsmehrheit im BT bringen wird, und so haben die meisten dieser BT-Abgeordneten ihr eigenes Wohl über das Interesse des Volkes gestellt.
Nur ganz wenige haben aufrecht dagegen gestimmt.[/quote]
Die Folgen dieser Reformen waren 100%ig vorhersehbar.
Sie haben sie eben politisch gewollt und zur Sicherung des Machterhalts auf Kosten der Lebensumstände von Mio. Bürgern in Kauf genommen.
Weißt Du noch, wer damals dagegen gestimmt hatte? _________________ Sich durch Poesie ruiniert zu haben ist eine Ehre. Oscar Wilde
nach dem 2. Weltkrieg gab es diesen elitären Wunsch nach einer wirklichen Demokratie in Deutschland nicht. Deswegen bot sich die Staatsform der repräsentativen D. förmlich an.
Den "Wunsch" nach Demokratie auf deutschem Boden gab es schon - bei den Nachbarvölkern etwa; und bei manchem aus dem Exil zurückgekehrten Menschen, der vor den Nazis hatte fliehen müssen.
Die Siegermächte haben jedoch festgestellt, dass das deutsche Volk zwar tut, was man ihm befiehlt, aber im Innersten nicht gerade danach strebt, eine Demokratie nach schweizerischem, us-amerikanischem oder französischem Vorbild aufzubauen. Also musste man unter den vorhandenen politisch aktiven Gruppen (den sich wieder gründenden Parteien und den wieder nach Souveränität strebenden Politikern der Weimarer Zeit) eine Kommission bilden, die schließlich das Grundgesetz zu formulieren half. Und im Wesentlichen waren diese Leute gewillt, einen besseren (und stabileren) Staat zu schaffen, als man's ab November 1918 getan hatte… das wiederum ist nun nicht so schlecht gelungen, wie man's aus heutiger Sicht (auch wegen der letzten ca. 30 Jahre) zu beurteilen geneigt sein könnte.
Darf man GOOGLE glauben, ist das Interview nicht in der Zeitung abgedruckt worden, sondern im SZ-Magazin.
Darf man Google glauben?
Muss wohl jeder selbst wissen, aber Google ist ein milliardenschwerer Konzern, der mit den Daten seiner Nutzer Geld verdient. Ich persönlich würde so jemandem nicht alles glauben.
.......Den "Wunsch" nach Demokratie auf deutschem Boden gab es schon - bei den Nachbarvölkern etwa; und bei manchem aus dem Exil zurückgekehrten Menschen, der vor den Nazis hatte fliehen müssen.
Die Siegermächte haben jedoch festgestellt, dass das deutsche Volk zwar tut, was man ihm befiehlt, aber im Innersten nicht gerade danach strebt, eine Demokratie nach schweizerischem, us-amerikanischem oder französischem Vorbild aufzubauen. ........
Wenn ich mal einwerfen dürfte, dass die Franzosen selber Schwierigkeiten mit der Demokratie hatten. Ob wir da etwas bei Franzosen abgucken konnten, bezweifle ich bis heute.
Sie waren/sind an vielen Schweinereien dabei. Der Umgang von Polizei und Militär und Zivilisten ist auch nicht von Liebe und Fürsorge geprägt. Die Liebe zu Migranten ist auch nicht überwältigend
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Verfasst am: 05.10.2014, 07:41 Titel:
Perleberger hat folgendes geschrieben:
no-panic hat folgendes geschrieben:
Eine direkte, oder auch unmittelbare Demokratie ist sicher rein vom organisatorischen und logistischen Aufwand schwierig.
Wir haben doch (seit 1. April (hähä) 2012) schon EU-weite direkte Demokratie.
Man muß nur 1 Million Menschen dazu bringen, ein Vorhaben zu unterstützen, und los gehts mit der Abstimmung der 28 EU-Völker.
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_B%C3%BCrgerinitiative
Dieses Gesetz kann nur Satire sein!
Ein solcher Entwurf für eine europaweite Volksbefragung übersteigt, soweit ich das ermessen kann, eine projektarbeit vom Umfang her, erfordert Übersetzer, eine unglaubliche Logistik und zudem ein Finanzreservoir, da ja keinesfalls alle EU_ Bürger per Internet erreichbar sind und der Informationsweg der portopflichtigen Post verwendet werden muss.
Es ist in Folge dessen kaum anzunehmen, daß eine Privatperson diesen Wg überhaupt gehen kann und die Verbände und bestehenden Initiativen kämpfen schon genug um Spenden und Mitgleidsbeiträge, als daß sie diese für ein solches wahnwitziges Projekt investieren würden.
Pure Narretei. Hier wird offensichtlich, daß die EU-Demokratie ein rein demokratisches Fassadenwerk und Augenauswischerei für die Bürger ist.
Guten Morgen vom Niederrhein!
Wie abgekündigt bleibt die Sonne hier heute unsichtbar.
SO sieht Herbst aus. _________________ Sich durch Poesie ruiniert zu haben ist eine Ehre. Oscar Wilde
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Verfasst am: 05.10.2014, 08:05 Titel:
[quote="Jackdaw"]
GinaBe hat folgendes geschrieben:
nach dem 2. Weltkrieg gab es diesen elitären Wunsch nach einer wirklichen Demokratie in Deutschland nicht. Deswegen bot sich die Staatsform der repräsentativen D. förmlich an.
Jackdaw hat folgendes geschrieben:
Den "Wunsch" nach Demokratie auf deutschem Boden gab es schon - bei den Nachbarvölkern etwa; und bei manchem aus dem Exil zurückgekehrten Menschen, der vor den Nazis hatte fliehen müssen.
Das ist richtig. Politisch Verfolgte, Überlebende, Intellektuelle...
Unternehmer und gut situierte, die den Krieg recht schadlos überstanden haben, wollten jedoch wiederum den Vorteil, aufgrund des zu investierenden Vermögens bevorzugt behandelt zu werden. Es galt zunächst, den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Landes voranzutreiben.
Jackdaw hat folgendes geschrieben:
Die Siegermächte haben jedoch festgestellt, dass das deutsche Volk zwar tut, was man ihm befiehlt, ....
Deutsche Mentalität ist der Gehorsam, preußischer Fleiß und die Liebe zu Orden und Auszeichnungen.
Jackdaw hat folgendes geschrieben:
Und im Wesentlichen waren diese Leute gewillt, einen besseren (und stabileren) Staat zu schaffen, als man's ab November 1918 getan hatte…
Altpolitiker setzten sich an den runden Tisch, ließen sich wohl auch von den Alliierten beraten, nahmen Vorbild in den verfassungen dieser demokratisierten Länder.
Jackdaw hat folgendes geschrieben:
… das wiederum ist nun nicht so schlecht gelungen, wie man's aus heutiger Sicht (auch wegen der letzten ca. 30 Jahre) zu beurteilen geneigt sein könnte.
:o
Nein. Sie haben damals eine sehr gute Arbeit geleistet.
Mit der Verwendung von vielen schwammigen Begriffen wie Freiheit zum Beispiel boten sie den nachfolgenden Eliten viele Möglichkeiten, die Rechte der Bürger zu beschneiden und die Pflichten wieder vorrangig hervorzukehren. _________________ Sich durch Poesie ruiniert zu haben ist eine Ehre. Oscar Wilde
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Verfasst am: 05.10.2014, 08:34 Titel:
Rainer Helmbrecht hat folgendes geschrieben:
Wenn ich mal einwerfen dürfte, dass die Franzosen selber Schwierigkeiten mit der Demokratie hatten. Ob wir da etwas bei Franzosen abgucken konnten, bezweifle ich bis heute.
Sie waren/sind an vielen Schweinereien dabei. Der Umgang von Polizei und Militär und Zivilisten ist auch nicht von Liebe und Fürsorge geprägt. Die Liebe zu Migranten ist auch nicht überwältigend
MfG. Rainer
Warum nur zitierst Du Frankreich als negatives Beispiel?
Seine Situation ist eine völlig andere: sie hatten große Kolonien und haben jetzt einen sozialistischen Ministerpräsidenten, der nicht leicht gegen die EU- Sparpolitikverordnungen gegensteuern kann.
Aus einem Interview mit Oskar Negt, der im August 80 Jahre alt wurde.
Sieh die Politiker!
"Dann halten Sie nichts vom sogenannten Wutbürger?
Ich würde ihn öffentlich nicht kritisieren. Sein Protest ist besser als vieles andere. Aber der Wutbürger ist eben noch nicht der Citoyen, der gebildete, umsichtige Bürger. Die Gegenwart ist ja dadurch geprägt, dass die Übersicht verloren geht. Anfang der 80er Jahre kämpften wir noch um die 35-Stunden-Woche und stellten uns vor, dass Arbeit und Freizeit klar getrennt sind. Davon kann keine Rede mehr sein. Die universelle Verfügbarkeit reißt diese Trennungslinie von privat und öffentlich ein.
Welche Rolle spielen dabei die Politiker?
Die kämpfen um ihr politisches Überleben. Selbst wenn sie es gut meinen, sind die Abgeordneten heute in die Dramen um Karriere und Positionen so verstrickt, dass sie das erwähnte Anpassungsverhalten zeigen. Dieser Kampf ist zurzeit derart bestimmend, dass ihre utopische Fantasie häufig völlig ausgetrocknet ist. Und der Eigensinn erstickt."
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